Wandern, Wein und Viadukte

Natur und Ingenieurskunst in perfekter Harmonie: Das Weltkulturerbe Semmeringeisenbahn

Die Semmeringeisenbahn ist seit 1998 UNESCO-Weltkulturerbe. Ihr Zauber entfaltet sich am schönsten zu Fuß: beim Wandern am Bahnwanderweg, entlang idyllischer Rastplätze und fotogener Aussichtspunkte.

Als die Semmeringeisenbahn im Jahr 1854 in Betrieb ging, war sie eine Weltsensation. Als erste Hochgebirgsbahn Europas stellte sie eine technische Pioniertat dar. Sie überwand nicht nur die damals unerhörte Höhendifferenz von 457 Metern, sondern überquerte auf ihrem 42 Kilometer langen Weg auch 16 Viadukte, 14 Tunnels und über 100 gemauerte Bogenbrücken.

Von Bahnhof zu Bahnhof wandern

Was damals ein hochmoderner Verkehrsweg war, ist heute ein beliebtes Ausflugsziel. Die schon zu Lebzeiten ihres Erbauers Carl Ritter von Ghega gepriesene „harmonische Kombination von Technologie und Natur“ erlebt man am eindrucksvollsten am Bahnwanderweg. Er führt vom Bahnhof Semmering über die Stationen Breitenstein und Klamm nach Payerbach oder Gloggnitz – vorbei an zahlreichen Aussichtspunkten auf Viadukte und andere spektakuläre Streckenabschnitte. Tipp: Zur Saisoneröffnung Anfang Mai werden jedes Jahr geführte Wanderungen mit Picknicks und musikalischer Begleitung angeboten.

„Da hängen ja ganze Häuser dran!“

Über die bewegte Geschichte der Semmeringeisenbahn wurden schon ganze Bücher geschrieben. Einen guten Überblick verschaffen auch die Museen in der Region. Im Museumsmonat September bieten 18 Museen „MuMo-Specials“ über das UNESCO-Weltkulturerbe Semmeringeisenbahn an, das seinerzeit nicht unumstritten war. „Da hängen ja ganze Häuser dran!“ schilderte etwa Peter Rosegger die schockierten Reaktionen auf das neue Verkehrsmittel, das „so schrecklich schnell ging und ein solches Brausen war, dass einem der Verstand still stand“.

Wein probieren, Aussicht genießen

Wer möchte, verbindet die Bahnwanderung mit einem Besuch der vielen Attraktionen entlang des Weges – etwa im Ghega Museum, auf der Doppelreiterwarte gleich neben dem Blickplatz „20-Schilling-Blick“ oder im Vinodukt Payerbach.